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EuGH-Entscheidung öffnet Wege für Rückerstattungen bei verbotenen Online-Wetten vor 2021

Ben Vogel · Jun 28, 2026

EuGH-Entscheidung öffnet Wege für Rückerstattungen bei verbotenen Online-Wetten vor 2021

Gerichtsgebäude des Europäischen Gerichtshofs mit Fokus auf EU-Recht und Glücksspielregeln

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache C-440/23 stellt klar dass Spieler in Deutschland Ansprüche auf Rückerstattung von Einsätzen bei nicht lizenzierten Online-Casinos, Automatenspielen und bestimmten Wettangeboten geltend machen können wenn diese Aktivitäten zum Zeitpunkt der Verluste nach deutschem Recht untersagt waren und zwar vor der Liberalisierung im Jahr 2021; die Entscheidung bestätigt zugleich dass EU-Recht nationale Verbotsregelungen zulässt und zivilrechtliche Rückforderungen ermöglicht selbst nachdem Gesetze geändert wurden.

Hintergründe des Verfahrens und zeitliche Einordnung

Der Fall betraf Verluste die zwischen 2019 und 2021 entstanden sind und die Kläger wandten sich gegen Betreiber von Plattformen die ohne erforderliche deutsche Lizenz operierten während das damalige Recht solche Angebote verbot; Beobachter notieren dass die Klage auf zivilrechtliche Erstattung abzielt und der EuGH die Zulässigkeit solcher Ansprüche unter EU-Recht prüfte wobei nationale Vorschriften zur Begrenzung des Glücksspiels als mit dem Binnenmarkt vereinbar eingestuft wurden.

Die Liberalisierung durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 änderte die Rahmenbedingungen doch das Urteil betont dass frühere Verbote weiterhin Grundlage für Rückforderungen bilden können und Betreiber wie jene im Verfahren haften könnten wenn sie gegen damaliges Recht verstießen; Daten aus Gerichtsakten zeigen dass die betroffenen Spiele vor allem Slots und bestimmte Sportwetten umfassten die ohne Zulassung angeboten wurden.

Kernpunkte der EuGH-Entscheidung

Der Gerichtshof stellte fest dass EU-Recht es Mitgliedstaaten erlaubt Verbote für Online-Glücksspiele aufrechtzuerhalten und gleichzeitig zivilrechtliche Mechanismen zur Rückerstattung von Einsätzen zuzulassen selbst nach einer späteren Gesetzesänderung; in der Pressemitteilung Nr. 53/26 wird erläutert dass die nationalen Regelungen zur Bekämpfung von Spielsucht und zum Schutz der Verbraucher mit EU-Vorgaben im Einklang stehen und keine Diskriminierung darstellen.

Richter betonten dass die Möglichkeit der Rückforderung nicht durch den späteren Marktzugang ausgeschlossen wird und Spieler daher Ansprüche gegenüber Betreibern verfolgen können die während der Verbotszeit tätig waren; dies betrifft konkret Online-Casinos und Slot-Maschinen sowie ausgewählte Wettformen die ohne Lizenz betrieben wurden und Verluste generierten.

Symbolische Darstellung von Online-Glücksspielregeln und EU-Gerichtsverfahren mit Dokumenten und Waage

Auswirkungen auf deutsche Spieler und Betreiber

Spieler die zwischen 2019 und 2021 Einsätze bei nicht autorisierten Anbietern verloren haben erhalten durch das Urteil eine rechtliche Grundlage um Erstattungen einzufordern und Gerichte in Deutschland können nun entsprechende Zivilklagen prüfen ohne dass EU-Recht dem entgegensteht; Fachleute beobachten dass dies zu einer Reihe von Verfahren führen könnte bei denen Betreiber Nachweise über Lizenzen und Einhaltung damaliger Vorschriften erbringen müssen.

Betreiber sehen sich mit potenziellen Haftungsrisiken konfrontiert da das Urteil die Möglichkeit zivilrechtlicher Ansprüche bestätigt und frühere Verbote als Grundlage für Rückzahlungen anerkennt während die Änderungen ab 2021 den Markt regulieren aber nicht rückwirkend die früheren Ansprüche tilgen; Statistiken aus dem Bereich des Online-Glücksspiels deuten darauf hin dass viele Transaktionen in jenem Zeitraum über Plattformen ohne deutsche Zulassung abgewickelt wurden.

Rechtliche Konsequenzen und Umsetzung in der Praxis

Deutsche Gerichte sind nun gehalten die EuGH-Vorgaben bei der Bewertung von Rückforderungsklagen zu berücksichtigen und dabei die damaligen Verbotsregelungen sowie die EU-Kompatibilität zu prüfen; das Urteil schafft damit einen Präzedenzfall der auch für ähnliche Fälle in anderen Mitgliedstaaten relevant sein kann wobei der Fokus auf der Vereinbarkeit nationaler Verbote mit dem Dienstleistungsfreiheitsprinzip liegt.

In Juni 2026 zeichnet sich ab dass erste Klagewellen nach dem Urteil eingeleitet werden könnten und Betreiber ihre Verteidigungsstrategien anpassen während Aufsichtsbehörden die Einhaltung der Übergangsregelungen überwachen; Verweise auf die Pressemitteilung Nr. 53/26 verdeutlichen die genauen Formulierungen des Gerichts zu den zivilrechtlichen Aspekten.

Schlussfolgerung

Das EuGH-Urteil in der Rechtssache C-440/23 schafft klare Rahmenbedingungen für Rückerstattungsansprüche deutscher Spieler bei Verlusten aus illegalen Online-Glücksspielen vor der Liberalisierung 2021 und bestätigt die Zulässigkeit nationaler Verbotsregelungen unter EU-Recht; Betreiber und Spieler stehen damit vor neuen rechtlichen Möglichkeiten deren Umsetzung in den kommenden Monaten und Jahren weiter beobachtet wird.